Kurz gesagt

Ein guter Empfang zeigt sofort, wohin man gehen muss, schützt Gespräche vor fremden Ohren und hinterlässt einen ruhigen, geordneten Eindruck. Wichtig sind eine aufgeräumte Theke mit abgesenktem Teil, Abstand zwischen Theke und Wartezone, warmes Licht und schallschluckende Flächen. Die Wand hinter dem Empfang sieht jeder Besucher, während er wartet. Ein großes Bild dort prägt den ersten Eindruck stärker als jedes Deko-Teil auf der Theke.

Der Empfang ist der einzige Ort, den wirklich jeder sieht: jeder Patient, jeder Kunde, jeder Gast. Und meist sieht man ihn in einem Moment, in dem man wartet, bis man dran ist. Genau dann schaut man sich um.

Was muss ein Empfangsbereich leisten?

Die Theke: Größe, Höhe, Ordnung

Eine Theke mit zwei Ebenen hat sich bewährt: eine Ablage in Stehhöhe für Besucher und darunter der Arbeitsplatz in Tischhöhe. Ein abgesenkter, unterfahrbarer Teil auf Tischhöhe ist für Rollstuhlfahrer, kleine Menschen und Kinder wichtig und in öffentlich zugänglichen Gebäuden nach DIN 18040-1 vorgesehen.

Auf der Theke selbst gilt: so wenig wie möglich. Flyerständer, Stiftebecher, Klebezettel und Dekofiguren machen den Empfang unruhig. Ein Kartenterminal, ein Stift, vielleicht eine Pflanze. Alles andere gehört hinter die Theke oder in einen Ständer an der Wand.

Diskretion: Wie hört niemand mit?

In Arztpraxen und Kanzleien ist das keine Frage des Stils. Gesundheitsdaten unterliegen der Schweigepflicht, und am Empfang werden sie täglich ausgesprochen.

Licht und Farbe

Der Empfang sollte der hellste Punkt im Eingangsbereich sein, damit der Blick von selbst dorthin geht. Gutes Licht auf den Gesichtern der Mitarbeitenden macht den Empfang freundlicher, Licht von hinten oder ein dunkler Tresen wirken abweisend. Bei den Farben gilt: Die Wände eher ruhig und hell halten, Farbe gezielt an einer Stelle einsetzen. Diese eine Stelle ist meist die Wand hinter dem Empfang.

Die Wand hinter dem Empfang

Wer an der Theke steht oder wartet, schaut auf die Wand dahinter. Sie ist das Bild, das Besucher vom Haus mitnehmen. In vielen Praxen und Büros hängt dort ein Logo, ein Zertifikat oder gar nichts.

Ein großes Bild wirkt an dieser Stelle stärker als alles andere, was man in einen Empfang stellen kann. In einer Studie aus den USA schätzten Patienten die Qualität der Versorgung höher ein, wenn der Wartebereich ansprechend gestaltet war, bei gleicher Behandlung. Der erste Eindruck färbt also auf das ab, was danach kommt.

Becker, F., Sweeney, B., & Parsons, K. (2008). Ambulatory facility design and patients' perceptions of healthcare quality. Health Environments Research & Design Journal, 1(4), 35-54.

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Praxis, Büro, Hotel: Was ist anders?

Empfangsbereich in der Praxis

Patienten kommen angespannt. Hier zählt Ruhe mehr als Wirkung: ein ruhiges Bild mit naturnahen Farben, Abstand zur Wartezone, keine Plakate mit Krankheitsbildern im Blickfeld. Mehr zur ganzen Praxis im Ratgeber Praxis einrichten.

Empfangsbereich im Büro

Kunden und Bewerber sehen den Empfang als Visitenkarte der Firma. Hier darf das Bild kräftiger sein und die Farben des Unternehmens aufnehmen, ohne ein zweites Logo zu werden. Mehr auf der Seite Kunst im Büro.

Empfang im Hotel

Die Rezeption ist der erste Ort, an dem Gäste warten, oft mit Gepäck und nach langer Anreise. Ein großes Original hinter der Rezeption gibt dem Haus etwas, das Gäste nicht in jedem Hotel sehen. Mehr auf der Seite Kunst für Hotels.

Checkliste: Empfangsbereich in acht Punkten

  1. Vom Eingang aus ist sofort zu sehen, wo man sich meldet.
  2. Die Theke ist bis auf das Nötigste leer.
  3. Es gibt einen abgesenkten Teil auf Tischhöhe.
  4. Die Wartezone liegt nicht direkt neben der Theke.
  5. Boden, Decke oder Wände schlucken Schall.
  6. Der Empfang ist der hellste Punkt, das Licht fällt auf die Gesichter.
  7. Aushänge hängen gebündelt an einer Stelle, nicht verteilt.
  8. An der Wand hinter dem Empfang hängt ein Bild, das zum Haus passt.

Fazit

Ein guter Empfang fällt nicht durch Deko auf, sondern dadurch, dass man sich sofort zurechtfindet und gut aufgehoben fühlt. Die meisten Verbesserungen kosten wenig: Ordnung auf der Theke, Abstand zur Wartezone, besseres Licht. Und eine Wand, die nicht leer bleibt.

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Hinweis: Studio Visus ist ein Atelier und kein medizinisches oder therapeutisches Angebot. Die Beiträge fassen Forschung zur Wirkung von Räumen und Bildern zusammen. Kunst kann einen Raum angenehmer machen, eine Behandlung ersetzt sie nicht.