Kahle Wände lassen sich mit Farbe, Regalen, einer Bilderwand, Spiegeln, Textilien oder einem großen Bild gestalten. Über Möbeln sollte ein Bild etwa zwei Drittel bis drei Viertel so breit sein wie das Möbel, über einem 200 cm Sofa also 130 bis 150 cm. Die Bildmitte hängt bei etwa 1,50 m, über dem Sofa mit 20 bis 30 cm Abstand zur Lehne. Ein großes, ruhiges Bild wirkt meist ruhiger als viele kleine. In Mietwohnungen helfen Galerieschienen, Bilderleisten oder Anlehnen statt vieler Bohrlöcher.
Nach dem Umzug stehen die Möbel, die Kisten sind ausgepackt, und trotzdem fühlt sich die Wohnung nicht fertig an. Meist liegt es an den Wänden. Eine leere Wand wirkt nicht ruhig, sondern unfertig, wie ein Raum, in dem noch niemand richtig angekommen ist.
Erst fragen: Was soll die Wand leisten?
Bevor man etwas kauft, hilft eine Frage: Was soll diese Wand für den Raum tun? Einen Blickfang setzen, etwa gegenüber vom Sofa. Ruhe geben, etwa im Schlafzimmer. Den Raum wärmer oder größer wirken lassen. Oder Stauraum schaffen. Je nach Antwort passt eine andere Lösung.
Sechs Ideen für leere Wände
1. Farbe
Eine einzelne farbige Wand oder ein farbig gestrichener unterer Wandteil verändert einen Raum mit wenig Aufwand. Gedeckte Töne wie Salbei, Sand oder ein warmes Grau wirken ruhiger als kräftige Farben. In Mietwohnungen gilt: Sehr kräftige Farben müssen beim Auszug oft wieder hell gestrichen werden.
2. Regal oder Wandboard
Bücher, Pflanzen und ein paar ausgewählte Dinge füllen eine Wand und schaffen Stauraum. Nachteil: Ein volles Regal ist unruhig. Es funktioniert am besten, wenn ein Drittel leer bleibt.
3. Bilderwand
Viele Fotos und Drucke zusammen, oft Petersburger Hängung genannt. Schön für Erinnerungen im Flur oder Treppenhaus. Damit sie nicht chaotisch wirkt: gleiche Abstände von 5 bis 8 cm, eine gemeinsame Mittellinie oder eine gemeinsame Unterkante, und die Anordnung vorher mit Papier auf dem Boden auslegen.
4. Ein großes Bild
Ein einzelnes großes Bild gibt dem Raum einen Mittelpunkt. Es ist die ruhigste Lösung für eine große Wand und braucht nur ein, zwei Bohrlöcher. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
5. Spiegel
Ein großer Spiegel macht schmale Flure und dunkle Räume heller und weiter. Gegenüber einem Fenster verdoppelt er das Tageslicht.
6. Textil und Akustikpaneele
Wandteppiche, Stoffbahnen oder Akustikpaneele aus Holzlamellen machen einen Raum wärmer und schlucken Schall. Gerade in Wohnungen mit wenig Möbeln und hartem Boden hallt es sonst.
Ein großes Bild oder viele kleine?
Für den Blick ist das ein großer Unterschied. Viele kleine Dinge an einer Wand muss das Auge einzeln abarbeiten, das wirkt lebendig, aber auch unruhig. Ein großes Bild nimmt man als Ganzes wahr und kann lange darauf ruhen.
Welche Bilder dabei beruhigen, ist erstaunlich gut untersucht. Die meisten Menschen empfinden naturnahe Farben wie Blau, Grün und Sand, weiche Formen und Muster, wie man sie von Wolken, Wasser oder Blättern kennt, als angenehm. In Studien des Physikers Richard Taylor erholten sich Versuchspersonen beim Betrachten solcher Muster schneller von Stress. Mehr dazu im Ratgeber Beruhigende Bilder: Was wirklich entspannt.
Für das Wohnzimmer, in dem man abends abschalten will, ist ein großes ruhiges Bild deshalb oft die bessere Wahl als eine volle Bilderwand. Die Bilderwand passt besser in den Flur, wo man nur vorbeigeht.
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Der häufigste Fehler an leeren Wänden: Das Bild ist zu klein. Über einem Möbel sollte es etwa zwei Drittel bis drei Viertel so breit sein wie das Möbel darunter. Auf einer freien Wand ohne Möbel wirkt ein Bild meist gut, wenn es etwa die Hälfte der Wandbreite einnimmt.
| Möbel | Breite | Passende Bildbreite |
|---|---|---|
| Sofa | 200 cm | 130 bis 150 cm |
| Doppelbett | 180 cm | 120 bis 135 cm |
| Sideboard | 160 cm | 105 bis 120 cm |
| Kommode | 100 cm | 65 bis 75 cm |
Wer zwischen zwei Größen schwankt, nimmt die größere. Mit Malerkrepp oder Packpapier lässt sich die Fläche vorher an der Wand abkleben, dann sieht man es sofort. Die Online-Galerie zeigt alle Werke von Studio Visus im echten Größenverhältnis.
Wie hoch hängt man Bilder?
- Bildmitte bei etwa 1,50 m in Räumen, in denen man steht, also Flur, Küche, Eingang.
- Etwas tiefer, bei rund 1,35 m, wo man meist sitzt, im Wohnzimmer oder Esszimmer.
- Über dem Sofa 20 bis 30 cm Abstand zwischen Rückenlehne und Unterkante, damit niemand mit dem Kopf anstößt und Bild und Sofa trotzdem zusammengehören.
- Über dem Bett ebenfalls 20 bis 30 cm über dem Kopfteil.
Wand über dem Sofa, Flur, Schlafzimmer
Die Wand über dem Sofa
Die wichtigste Wand im Wohnzimmer, weil man sie von überall sieht. Ein großes Querformat oder zwei gleich große Bilder nebeneinander passen hier am besten. Ein Wandregal über dem Sofa ist möglich, aber unpraktisch, weil man sich anlehnt und Dinge herunterfallen können.
Der Flur
Im schmalen Flur sieht man Wände nur von nahem und im Vorbeigehen. Hochformate, eine Bilderwand mit Fotos oder ein Spiegel passen hier besser als ein großes Querformat. Am Ende eines langen Flurs ist Platz für ein Bild, das man schon von weitem sieht.
Das Schlafzimmer
Hier gelten die strengsten Regeln: gedeckte Farben, weiche Formen, keine starken Kontraste und nichts, was abends noch beschäftigt. Mehr dazu im Beitrag Wandkunst im Schlafzimmer.
Mietwohnung: Bilder aufhängen ohne Bohren?
- Klebehaken und Klebestreifen tragen leichte Rahmen bis zum angegebenen Gewicht. Auf Raufaser und frisch gestrichenen Wänden halten sie schlecht.
- Galerieschienen unter der Decke brauchen ein paar Bohrlöcher, danach lassen sich Bilder an Seilen beliebig verschieben und tauschen.
- Bilderleisten sind schmale Regalbretter für Bilder. Ein Brett, mehrere Bilder, die man jederzeit umstellen kann.
- Anlehnen. Große Bilder auf einem Sideboard oder sogar auf dem Boden an die Wand gelehnt wirken bewusst lässig und brauchen gar kein Loch.
Für schwere Leinwände und Originale sind Klebelösungen keine gute Idee. Ein Sturz beschädigt Bild und Wand. Hier lohnen sich Schiene, Leiste oder zwei solide Haken.
Nach dem Umzug: in welcher Reihenfolge?
- Erst die Möbel stellen und zwei, drei Wochen darin wohnen. Dann weiß man, von wo man welche Wand sieht.
- Mit der wichtigsten Wand anfangen, meist die über dem Sofa oder gegenüber vom Eingang.
- Licht prüfen. Eine Wand, auf die abends kein Licht fällt, braucht eine Leuchte, bevor sie ein Bild braucht.
- Nicht jede Wand füllen. Freie Flächen gehören dazu, sie lassen das, was hängt, besser wirken.
Fazit
Eine kahle Wand muss nicht voll werden, sondern eine Aufgabe bekommen. Im Flur darf es lebendig sein, im Wohnzimmer und Schlafzimmer ist ein großes, ruhiges Bild meist die bessere Wahl als viele kleine. Wichtig sind vor allem die Größe und die Höhe. Und die Geduld, erst ein paar Wochen in der neuen Wohnung zu leben, bevor man bohrt.
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Hinweis: Studio Visus ist ein Atelier und kein medizinisches oder therapeutisches Angebot. Die Beiträge fassen Forschung zur Wirkung von Räumen und Bildern zusammen. Kunst kann einen Raum angenehmer machen, eine Behandlung ersetzt sie nicht.